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Öffentliche Meinung


Aus dem Formalismus der herrschenden Öffentlichkeit ergibt sich eine Definition der öffentlichen Meinung als dem Inhalt, dessen Veröffentlichung den faktisch größten Geltungsbereich hat. (vgl. Warum ein Lesekreis-Verlag?)


Der öffentliche Geltungsbereich erstreckt sich stufenweise von der 'rechtlich-öffentlichen' bzw. staatlichen Veröffentlichung1 bis hin zum sogenannten 'öffentlichen Raum'.


Die Teilbereiche des öffentlichen Geltungsbereiches leiten sich voneinander ab und bilden so ein unterteiltes und gegliedertes Ganzes, die 'öffentliche Sphäre', die der 'öffentliche Raum' außer eines bestimmten Geltungsbereiches auch ist.


In Folge dieser Ableitung wird das, was im vorhergehenden Teilbereich die formale Bestimmung der Geltung war, im nachfolgenden Teilbereich zu dessen inhaltlicher Bestimmung.


Die rechtlich-öffentlichen Veröffentlichungen gelten allen Staatsbürgern, wobei letztere ihrerseits eine Abstraktion von der Gruppe der Individuen sind, welche die bürgerliche Gesellschaft bilden.


Diesem Geltungsbereich schließen sich zunächst jene gewerblichen Veröffentlichungen an, deren Inhalt der Staat bzw. die Politik ist. Der Geltungsbereich der gewerblichen Veröffentlichungen, deren Inhalt das 'öffentliche Interesse' ist, vereint in besonderer Weise sowohl den Geltungsbereich der Gruppe der Staatsbürger, wie den der negativ zur Staatsbürgerlichkeit definierten Gruppe der 'Bürger'. Die 'Bürger' sind in der gewerblichen und Erwerbssphäre angesiedelt und stellen eine Abstraktion von den privaten Individuen dar.


Noch größer ist der nun folgende Geltungsbereich jener gewerblichen Veröffentlichungen, die das 'Unpolitische' bzw. 'Private' zum Inhalt haben.

Denn sie vereinigen den Bereich des bürgerlich definierten 'öffentlichen Interesses' aus dem vorherigen Geltungsbereich, mit dem zu diesem negativ definierten 'privaten' Bereich.


Der 'Privatmensch' ist natürlich in nichts weniger formalistisch als alle anderen Bestimmungen der herrschenden Öffentlichkeit. Was in der Öffentlichkeit als 'privat' gilt, realisiert sich inhaltlich durch den Ausschluss der Devianz von der nirgendwo positiv bestimmten 'Norm'. Deviant ist was als solches öffentlich thematisiert und gebrandmarkt wird.


Im hieran sich anschließenden 'öffentlichen Raum' nun findet sich das elementare Strukturprinzip der herrschenden Öffentlichkeit, durch welches ein bestimmter Inhalt von dessen gesellschaftlicher Geltung getrennt wird: Im 'öffentlichen Raum' gilt jeder dem anderen wechselseitig als der Strohmann der 'öffentlichen Meinung'. Wodurch sich die 'Öffentlichkeit' zu einer allgegenwärtigen Sphäre ausdehnt.

 

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1 Generell ist Öffentlichkeit, wie der junge Jürgen Habermas richtig bemerkt, die „Bindung aller politisch folgenreichen Entscheidungsprozesse an die rechtlich verbürgte diskursive Willensbildung des Staatsbürgerpublikums“. Die öffentliche Meinung als der positive Ausdruck des Willens des

Staatsbürgerpublikums kontrolliert und korrigiert demnach Parlament und Regierung, wie sie zugleich dieselben eben hierdurch vor dem Publikum demokratisch legitimiert.

Die Öffentlichkeit ist daher neben Legislative, Judikative und Exekutive integraler Bestandteil des bürgerlich-demokratischen Staates - 'vierte Gewalt'. Da die Öffentlichkeit als dialektisch prozessierendes Ganzes letztlich in dem Bewusstsein jedes Einzelnen in der Form 'öffentlicher Meinung' verinnerlicht wird und sich dadurch erst verwirklicht, könnte man auch – hegelianisch – davon sprechen, dass sie die 'Idee' des Staates ist.

 

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